Wir wurden abgepackt, selbst die luft zum atmen wurde uns genommen. Eine durchsichtige plastiktüte stellte unser neues zu hause dar. Als diese dann endlich geöffnet wurde und wir alle froh waren wieder frische luft schnuppern zu dürfen wurde unser letztes bisschen hoffnung zerstört. Wir landeten hier, auf hartem grund. Die hitze wird unerträglicher. selbst die änderung meiner hautfarbe beschäftigt mich inzwischen nicht mehr. Ich habe wichtigeres zu tun. Zum beispiel um mein leben zu kämpfen. Ein sinnloser kampf.
Was ist das? Ein knall! Laut und unerträglich. Fast wie ein schrei. Etwas weißes fliegt gegen den schwarzen himmel und landet auf uns. Dann wieder und wieder und wieder und wieder. Was ist das? Ich glaube die armen zeitgenossen haben die hitze nicht mehr ausgehalten. Und ich fühle, dass auch meine zeit bald kommen wird. Nun werde ich durch die gegend geschleudert, verursacht wird dies durch die vielen explosionen der anderen hier. Orientierungslos versuche ich ruhe zu bewahren. Meine haut brennt, ich fühle mich voll. Die völle nimmt mich völlig ein. Atmen! Atmen! Ich…ich…plop.
Das einzige woran ich mich erinnern kann ist eine weiche landung. Der himmel kommt näher und näher. Ich kann ihn berühren. Aber warum ist alles unter mir weich? Warum bin ich dem himmel so nah? Ich schaue mich um, schaue mich um. Alles ist weiß. Meine gelbgoldene, braune haut ist einem weichen schaum gewichen. Und genauso scheint es meinen artgenossen ergangen sein. Anfangs nur eine dünne schicht auf dem boden, nun platzt der raum hier fast aus allen nähten. Ich werde an die decke gepresst, aber ich lebe. Ich lebe. Der himmel entfernt sich plötzlich, licht strömt in die dunkelheit und vertreibt sie. Heißer dampf schwebt an mir vorbei und bahnt sich den weg in die freihet. Auch er schien hier gefangen zu sein. Plötzlich rieselt etwas auf uns nieder, es ist weiß, hart und es kitzelt. Und dann werden wir alle wieder durcheinander gebracht, ich kenne das schon. Bloß nie zu lange an einer stelle bleiben, man könnte freunde finden. Doch dann werden wir aus dem gefängnis herausgetragen, dass uns für immer verändern sollte. Nur noch mit wenigen dürfen wir nun zusammen bleiben, wieder werden wir abgepackt. Diesmal in kleinen grauen beuteln. Und das letzte was mir zu sehen erlaubt ist, sind eine ganze reihe anderer maiskörner auf ihrem weg in den Kochtopf…
So oder so ähnlich müssen sich die kleinen maiskörnchen gefühlt haben, als wir vor ein paar wochen beim soccer tournament die weltrekord popcorn produktion gestartet haben. Und es war ein voller erfolg.
Ich weiß, das ist eigentlich nicht das, was ihr euch unter „berichten aus afrika“ vorstellt, aber es macht mir spaß so etwas zu schreiben. Also wundert euch nicht, lest es habt spaß dabei oder lasst es bleiben spaß dabei zu haben. Bald kommt wieder ein sinnvollerer eintrag… aber ganz ehrlich. Man sollte auch auf die kleinen dinge des lebens achten. Habt ihr euch schon mal gedanken darüber gemacht, wie sich so ein maiskorn fühlen könnte? Bestimmt nicht. So achten wir auf unsere umwelt… so gehen wir mit ihr um… ;)
Ach übrigens… bei meinen links könnt ihr auch meinen ersten offiziellen rundbrief finden – für all diejenigen unter euch, die ihn noch nicht glesen haben. Viel spaß dabei.
Ach und neue bilder hab ich auch. Und vielleicht schaffe ich es bald bei picasa ein paar videos hochzuladen. Also schaut auch da mal rauf.
Ansonsten kann ich noch sagen, dass wir heute im center unsere weihnachtsfeier feiern… die erste weihnachtsfeier in afrika…
Frohes Fest, merry christmas,
sobonana, inka
3 Kommentare:
well esethu you certainly have a vivid imagination and i enjoyed your newsletter very much.is'nt it strange that skin colure can have such a stricking effect though
abgefahren.. was mir alles durch den kopf ging, als ich die reise der maiskörner verfolgt hab, ohne zu wissen, dass es sich um maiskörner hanldelte. unglaublich. zu mal ich mir wirklich sorgen gemacht hab, weil in den nachrichten von der marine die rede war, die wegen piraterie um südafrika kreist. mein zweiter gedanke: kann ja nich sein, dann könnte sie nicht mehr schreiben. sie verarscht uns nur alle wieder und ich depp fall auch noch drauf rein. tja so is es...
("da is der leuchttumr in warnemünde!"
-"nee, kann ja nicht sein! WO?")
küsschen und liebe grüße
PS: die jule schreibt grad ;-)
ich wußte gleich, das es um die Maiskörner ging. So etwas kannst auch nur du dir einfallen lassen.
liebe dich
mama
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